Navigationssystem TMC
Das Navigationssystem TMC empfängt gesammelte Meldungen
Wenn ein Navigationssystem TMC (= Traffic Message Channel) hat, ist es in der Lage, Staumeldungen zu empfangen und diese zu melden bzw. gleich in der Routenführung zu berücksichtigen. TMC ist eigentlich nur eine Unterfunktion des in beinahe jedem Autoradio vorhandenen RDS (= Radio Data System), das zum Hörfunk
weitere nützliche Informationen übermittelt.
Seit 1997 werden Verkehrsinformationen über TMC überwiegend durch die öffentlich rechtlichen Radiostationen wie zum Beispiel WDR, NDR, RBB, SWR oder auch BR weitergegeben. Diese erhalten die Meldungen aus einer Zusammenstellung der Daten von Polizei, ADAC und auch von Verkehrskameras sowie Sensoren unter den Fahrbahnen. Alle Daten werden für NRW in Leverkusen im Rechenzentrum des Landes-Verkehrsministeriums gesammelt und dann an die Radiostationen weitergeleitet.
Die TMC-Meldung besteht aus einem Ereigniscode (was ist geschehen?), einem Lagecode (wo ist die Störung?) und teilweise auch einer Verfallszeit (bis wann gilt die Störung?). Bei einer Änderung der Verkehrssituation wird eine neue TMC-Meldung erstellt, die dann die erste Meldung aufhebt. So verfügt das Navigationssystem über TMC – Meldungen, die immer aktuell sind.
Ein Navigationssystem TMC in der kostenpflichtigen Version
Im Jahr 2004 brachte T-Systems ein Navigationssystem TMC pro heraus. Inzwischen wurde dieser kostenpflichtige Service von der Navteq Services GmbH, einer Tochterfirma von NAVTEQ, übernommen. Dieses TMC-System erhält die Daten überwiegend aus Überwachungskameras, Sensorschleifen in
der Fahrbahn und von speziell ausgestatteten Fahrzeugen, den sogenannten Floating Car Data.
Die Meldungen werden bei der Gesellschaft für Verkehrsdaten in Bonn gesammelt und verarbeitet und ausschließlich über Privatsender verbreitet. Zwar sind die Meldungen meist genauer als die über das normale TMC verbreiteten Meldungen und lassen sogar Stauprognosen zu. Dennoch ist zu bemängeln, dass keine redaktionelle Überprüfung der Daten vorgenommen wird.
Der Haken an TMC pro ist, dass der Empfang kostenpflichtig ist. Die Daten werden entweder per GPRS gesendet oder über einen im Navigationsgerät installierten Decoder empfangen. Das Navigationssystem mit TMC pro kostet jährlich um die 50 Euro.
Ein Navigationssystem TMC führt nicht immer schneller zum Ziel
Wer ein Navigationssystem TMC nutzt, erwartet, dass Staus und andere Verkehrsstörungen umfahren werden. Die ist jedoch nicht immer der Fall, denn die Navigationsgeräte berechnen, wie groß die Verzögerung ist, wenn
sie in die Verkehrsstörung führen, anstatt auf Landstraßen auszuweichen. Denn möglicherweise ist die Verzögerung nur minimal, sodass sich eine Ausweichroute nicht lohnt.
Die meisten Geräte ermöglichen dem Fahrzeugführer, im Moment der Meldung selbst zu entscheiden, ob eine Umfahrung genutzt werden soll. Hierfür werden in der Regel die Zeiten für die Fahrt auf der ursprünglichen Strecke und die Zeit für die Alternativroute angezeigt. Wenn man die Verkehrsmeldung auch im Radio schon längere Zeit gehört hat und sie eher eine Tendenz hat, länger zu werden, lohnt sich die Umfahrung in der Regel. Jedoch kann sich ein 1-Kilometer langer Stau auf der Autobahn oft schnell auflösen.
Wer nicht während der Fahrt selbst entscheiden will, kann bei den meisten Geräten vorgeben, dass eine Ausweichroute auf jeden Fall gewählt werden soll. Bleibt man dann dennoch auf der vorher geplanten Route, ändert das Navigationssystem TMC die Streckenführung wieder.





















































































